Das Pumpspeicherkraftwerk Trausnitz beeindruckt auch die Netzwerker!

erstellt am 03.04.2019

Andreas Prem, Leiter Elektrotechnik der Kraftwerksgruppe Pfreimd, stellte sich während der zweistündigen Führung gerne unseren zahlreichen Fragen.


(Bilder: etz)

(Text: Gemeinde Trausnitz)

Seit 60 Jahren steht die Kraftwerksgruppe Pfreimd für eine sichere und saubere Erzeugung von Strom in der Region.

Die Anlage mit ihren zwei Talsperren Kainzmühlsperre und Trausnitzsperre, dem gemeinsamen Hochspeicherbecken Rabenleite, den zwei Pumpspeicherkraftwerken Reisach und Tanzmühle wie auch dem Laufwasserkraftwerk Trausnitz beherrscht ein komplexes Zusammenspiel, das alle technischen Möglichkeiten der Wasserkraft nutzt und ein Leistungspaket bietet, das keine andere Technik für sich in Anspruch nehmen kann. 

An der Pfreimd wird die natürliche Kraft auf dreifache Weise verwendet: um Energie zu erzeugen, Energie zu speichern und das Energienetz zu stabilisieren. Letzteres wird mit der wachsenden Einspeisung schwankender und kaum kalkulierbar zur Verfügung stehender Solar- und Windenergie immer relevanter. Blitzschnell und in präzisen Mengen muss Energie aus dem Netz abgezogen oder eingespeist werden – sogenannte positive oder negative Regelenergie. Die Kraftwerksgruppe hat sich den Marktgegebenheiten angepasst und sich auf die Lieferung von Regelenergie spezialisiert. Die Maschinen des Kraftwerks Reisach können beides im selben Moment: pumpen und turbinieren, Energie einspeisen oder aufnehmen. Hier entfaltet Wasser seine ausgleichende Kraft.

Diese seltene Leistungsfähigkeit verdankt die Anlage einem technischem Trick, dem hydraulischen Kurzschluss, der es erlaubt, zusammen mit den Turbinen auch die Pumpen präzise zu regeln. Seitdem im Jahr 2013 alle drei Kraftwerksmaschinen umgerüstet wurden, verfügt man in Trausnitz über die technischen Möglichkeiten, alle Regelenergiearten anzubieten, je nach wirtschaftlich günstiger Lage. Nach der großen Überholung der Anlage im Jahr 2015, bei der neben der Sanierung der kilometerlangen Druckstollen und des Oberbeckens zudem durch den Austausch der Turbinenlaufräder eine deutliche Leistungs- und Wirkungsgradsteigerung erreicht wurde, blickt das Kraftwerk gut gerüstet in die Zukunft. Neben der eigentlichen Stromerzeugung und Netzstabilisierung wird die Anlage auch für den Hochwasserschutz eingesetzt.

Das Kraftwerk wird von ENGIE betrieben. ENGIE, bis 2015 GDF SUEZ, ist eines der weltweit führenden Energieversorgungsunternehmen mit Aktivitäten entlang der gesamten Wertschöpfung bei Strom und Gas sowie im Bereich von Energiedienstleistungen. GDF SUEZ/ENGIE hat seit 2009 über 14 Mio Euro in die Kraftwerksgruppe Pfreimd investiert.


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