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36. Netzwerktreffen Energie-Netzwerk Oberpfalz Nord

Besuch der Firma Irlbacher Blickpunkt Glas GmbH in Schönsee



Die Zukunft der Energietechnik ist längst in Schönsee zu Hause

Im Rahmen einer Firmenbesichtigung als 36. Veranstaltung im Energie-Netzwerk Oberpfalz Nord konnten deren Mitglieder am 18.03.2026 einen exklusiven Einblick in das Familienunternehmen Irlbacher Blickpunkt Glas GmbH und deren Produktion in Schönsee erhalten. Das Unternehmen, welches 1935 gegründet wurde, hat sich nicht nur als global operierender innovativer Komplett-Systemanbieter für technisches Spezialglas seinen Namen gemacht, sondern sticht als Paradebeispiel zudem im Bereich modernstem KI-basierten Energiemanagements heraus.

Die Besucher staunten im ersten Teil der Firmenpräsentation von Günther Irlbacher, einer von drei geschäftsführenden Gesellschaftern, nicht schlecht über die Produktvielfalt und Flexibilität des Unternehmens, sich schnell an veränderte Marktsituationen anzupassen, dank eigenem Werkzeug- und Maschinenbau sowie eigener Produkt- und Elektronikentwicklung im Haus. Diese komplexen Produktionsverfahren in der Glastechnik erfordern aber auch eine dementsprechende Energietechnik: Kälte, Wärme/Hitze (Thermalöl), Strom, Druckluft, Vakuum, Wasser, Abwasser, mit den entsprechenden Anlagen wie BHKW, Pumpen, Absorptionskältemaschinen, Wärmepumpen, Rotationswärmetauschern, Betonkernaktivierung, Gaskesseln, Elektrokesseln, PV-Anlagen, Speicher für Wärme/Kälte und Elektrizität.

Hierfür die Energie auf den regulären Strommarkt zu kaufen, hätte das Unternehmen durch die letzten Krisen (Corona- und Ukraine-Krise) in große Bredouille gebracht. Stattdessen bewies die Führung des Unternehmens wie in der Glasproduktion visionäres Denken und setzte frühzeitig auf den Energie-3-Sprung: Energieeinsparung, Steigerung der Energieeffizienz und Nutzung Erneuerbarer Energien, mit den Zielen Kosten zu sparen, die Umwelt zu schützen und eine möglichst hohe Energieunabhängigkeit zur erreichen.

Ein klassisches Energiemanagementsystem (EMS) zum effizienten Betrieb aller genannten Anlagen, angepasst an die Produktionsprozesse des Glasveredlers, käme dabei schnell an seine Grenzen. Zudem wollte man von günstigen Strompreisen am Spotmarkt profitieren, durch Lastenverschiebung und -kappung Netzentgelte sparen und so die Vorzüge der Energiewende auch ganz nutzen. Auch sollte der selbst erzeugte Strom aus PV und Kraftwärmekopplung bestmöglich genutzt werden. Deshalb arbeitet die Fa. Irlbacher mit den Firmen SmartQ Energy Solutions GmbH (Tochterunternehmen der Bachner Group) und dem GreenTech-Unternehmen Consolinno Energy GmbH zusammen. Mit deren Produkte und Dienstleistungen wurde bei der Fa. Irlbacher ein innovatives KI-basiertes EMS implementiert. Das bestehende EMS wurde ergänzt um ein analytisches KI-System mit linearer Optimierung, genannt FlexA-System. Das bedeutet, dass neben den Energiebedarfen auch Informationen zu Energieerzeugungsprognosen durch Wetterdaten und zu Strompreisen berücksichtigt werden können. Daraus werden dann Fahrpläne für die technischen Anlagen generiert und dementsprechend automatisch gesteuert und geregelt - Sektorenkopplung wie im Bilderbuch. Die Fa. Irlbacher ist jedoch noch nicht am Ende der selbst gesteckten Ziele angekommen. Als nächstes soll die Elektrifizierung gesteigert und mehr bzw. ausschließlich Biogas zur Wärmeerzeugung genutzt werden. Energiewende und Klimaneutralität bis 2045 ist für Fa. Irlbacher somit nicht ein unverbindliches Wunschdenken, sondern gelebter Pragmatismus, der die Zukunft der Firma sichert – davon ist die Führung des Unternehmens fest überzeugt.

Die Veranstaltung krönte eine Führung der Gruppe durch die Produktionshallen durch Günther Irlbacher und seine Mitarbeiter. Was sich im Vortrag zuvor sehr abstrakt anhörte, konnte in den Technikhallen nun hautnah erlebt werden und zementierte die Hochachtung vor dem Fortschrittsgeist des Familienunternehmens und der Arbeit seiner Belegschaft.

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