32. Netzwerkveranstaltung am 03.04.2024 im Vulkanerlebniszentrum Parkstein

erstellt am 03.04.2024

Über zehn Jahre Sole-Wasser-Wärmepumpe in Parkstein

Vor über zehn Jahren wurde im Markt Parkstein die Wärmeversorgung der Gebäude Steinstadel, Vulkanmuseum und Rathaus auf Sole-Wasser-Wärmepumpen zur Nutzung von Erdwärme umgestellt. Anlässlich dieses Meilensteins gingen beim 32. Treffen des Energie-Netzwerks Oberpfalz Nord, welches vom Energie-Technologischen Zentrums (etz) Nordoberpfalz betrieben wird, die Teilnehmenden der Sache im wahrsten Sinne des Wortes genauer auf den Grund. Bis zu 140m tief reichen die Sonden in Parkstein in den Erdboden, die als Wärmequelle für zwei effiziente Wärmepumpen zur Beheizung der Gebäude dienen.

Wärmepumpe für Bestand und Neubau geeignet

Die beiden Referenten Sebastian Schäffler der Firma Baugrund Süd und Matthias Meier der Firma Weishaupt zeigten eindrücklich, dass nicht nur für kommunale Liegenschaften und Nichtwohngebäude, sondern insbesondere auch für Wohngebäude die Erdwärmenutzung, sogenannte oberflächennahe Geothermie, in Kombination mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe eine sehr effiziente und vor allem nachhaltige Lösung ist. Verschiedene Konzepte und Betriebsmodelle können dabei sowohl in Neubaugebieten wie auch in bestehenden Baugebieten umgesetzt werden. Umso größer das Quartier und somit die Anzahl der Bohrungen bzw. Wärmepumpen, desto geringer sind die spezifischen Kosten für die einzelnen Positionen. Für ein Einfamilienhaus fallen laut Schäffler je nach Örtlichkeit Bohrkosten bis zu 16.000 € an. Einen Brunnen zur Nutzung des Grundwassers in Kombination mit einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe verhält sich in den Kosten ähnlich, wobei deutlich größere Entzugsleistungen pro Bohrung möglich sind und daher mehr Wärmeabnehmer pro Bohrung versorgt werden können. Auch wenn die Investitionskosten anfangs höher sind, bekräftigten sowohl Schäffler wie auch Meier, dass sich eine Wärmepumpe in Kombination mit Geothermie gegenüber einer Luft-Wasser-Wärmepumpe binnen 15 Jahren amortisiert. Die Bohrung als Wärmequelle selbst ist dann noch viele weitere Jahrzehnte nutzbar.

Der Weg zur Erdwärme

Interessierte können sich vorab beim Landesamt für Umwelt im Internet eine Standortauskunft holen, die besagt, ob Geothermie in Form einer Erdwärmesonde, eines Erdkollektors oder eines thermisch genutzten Grundwasserbrunnens möglich ist. https://www.lfu.bayern.de/geologie/oberflaechennahe_geothermie/index.htm

Besteht grundsätzlich die Möglichkeit für Sonden oder Grundwassernutzung, ist der erste Schritt das Aufsuchen eines Heizungsbauers, der wiederum mit dem Wärmepumpenherstellers seines Vertrauens und einer Bohrfirma ein Konzept erarbeitet. Dabei werden im Vorfeld Lage und Tiefe der Erdbohrung(en) anhand von Karten ermittelt und mit dem Grundstückseigentümer abgestimmt. Bei größeren Projekten sind vorab Erkundungsbohrungen für das Genehmigungsverfahren bei der unteren Wasserschutzbehörde nötig. Bei kleinen Projekten für Ein- bis Zweifamilienhäuser ist in der Regel keine Probebohrung nötig, aber ebenso eine Genehmigung.

Ein Schmankerl für private Hauseigentümer von Bestandsgebäuden gibt es in Form einer Förderung von bis zu 70% im Rahmen der Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude. Wer sich individuell, kostenlos und neutral zu Fördermöglichkeiten, Heizungstausch und Sanierung beraten lassen möchte, kann sich direkt an das etz Nordoberpfalz wenden (www.etz-nordoberpfalz.de).

 


Nächster Termin

Bürger-Energieberatung in Weiherhammer

27.06.2024, 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr, Rathaus, Sitzungssaal, Hauptstraße 3, 92729 Weiherhammer

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Bürger-Energieberatung in Weiden

04.07.2024, 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr, etz Nordoberpfalz, Bernhard-Suttner-Straße 4, 92637 Weiden

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Bürger-Energieberatung in Plößberg

11.07.2024, 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr, Rathaus (Trauzimmer), Jahnstraße 1, 95703 Plößberg

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